Der zweite Teil der Sommerausgabe wird der Gruppe »Kraftwerk« gewidmet sein. Da zwei Stunden dafür zu wenig sind wird es in der Septemberausgabe noch einmal zwei Stunden mit eben dieser Combo geben. In der Sendung vom August werden ausschließlich die 1970er beleuchtet. Mit »Autobahn« im Jahr 1974 oder »Die Roboter», 1978, setzen Kraftwerk nicht nur musikalische Statements die bis heute nachwirken. Auch das persönliche Auftreten und die immer mehr ausgeprägte Unnahbarkeit wird in dieser Zeit perfektioniert und ist spätestens seit Veröffentlichung des Album »The Mensch-Maschine« nicht mehr zu übersehen. Eine Gruppe die, von außen betrachtet, zu dieser Zeit wohl mehr Fragen bzgl. ihrer Mitglieder und der »biologischen Existenz« (OK, das ist vielleicht etwas übertrieben, d. Red.) als ihrer Musik aufwirft. Tatsächlich fällt ihre produktivste Phase in diesen Zeitraum. Sie ebnen den Weg zu Techno, Elektro auf der einen Seite – andererseits aber auch zum Synth-Pop allgemein, der ab den späten 1970ern mehr und mehr die Charts bestimmt. Beim Blick auf ihr musikalisches Werk werde ich euch noch einige, manchmal auch humorvolle, Fakten zutragen. Schlussendlich: Kraftwerk sind, und das weiß man heute sehr genau… doch nur Menschen! Puh…
Noch ein kleiner Hinweis in eigener Sache: Im August-Heft von Radio Unerhört Marburg habe ich ein Gewinnspiel angekündigt. Das findet – weil besser passend – im zweiten Teil der Sendung (04. September 2023) statt.
Zur Vertiefung der in der Sendung gegebenen Informationen hier noch einige Lesetipps:
»Kraftwerk – Synthesizer, Sounds & Samples«
von Pascal Bussy – ISBN 3492184081
»Ich war ein Roboter – Meine Zeit als Drummer bei Kraftwerk«
von Wolfgang Flür – ISBN 9783802529269
»Kraftwerk – Wechselwirkung zwischen Technologie und Komposition«
von Carsten Brocker – ISBN 9783967077179
»Kraftwerk – Future Music from Germany«
von Uwe Schütte – ISBN 9780141986753



In der zwölften Ausgabe der Reihe »rest/geräusche« werfe ich in der Klassiker-Ecke einen ausführlichen Blick auf das Projekt »The Art Of Noise«. »AON«, so die Kurzform, wird in den 1980ern bei der Nutzung der neu aufgekommenen Sampletechnik eine Vorreiterrolle zugeschrieben. Die Wiederverwendung und Manipulation von existierenden Sounds zu immer wieder neuen Strukturen und Songs sind wegweisend. Dabei ist die Verquickung popähnlicher Anleihen und experimentellen Soundcollagen in vielen Songs – die dabei vereinzelt sogar Hitstatus erhalten – ein weiteres Alleinstellungsmerkmal dieses Projektes. BTW: Der Name »The Art Of Noise« besiert auf dem gleichnamigen Manifest »L’arte dei rumori« von Luigi Russolo. Neben diesem Special gibt es natürlich wieder viele Sounds aus dem Bereich der IDM resp. Electronica.